Die Kinder von Rudolf

Rudolfs älteste Tochter Liselotte, geboren 1920, verlobte sich in Oberhof mit dem Leutnant Carl Wagner. In den Kriegsjahren war im Schloßhotel ein Lazarett für verwundete Soldaten eingerichtet – wer nur leicht verwundet war, besuchte oft nebenan das Cafe Hofmann. So lernten sich die Beiden kennen. Nach seiner Genesung musste Carl Wagner an die Ostfront und fiel dort kurze Zeit später.

Liselotte Hofmann 1943

In den letzten Kriegsjahren tauchte im Lazarett Heinz Frentzel auf, der als Panzerzugkommandant in Jugoslawien verwundet worden war. Er und Liselotte heirateten, aus der Ehe gingen die 3 Kinder Michael, Barbara (verheiratet Walter) und Brigitte hervor. Als nach Kriegsende die Amerikaner nach Oberhof kamen, trat er in die SPD ein und biederte sich bei den Amerikanern an, behauptete, dass er zusammen mit den Offizieren des 20. Juli Widerstand geleistet hätte. Als dann am 4. Juli 1945 die Russen nach Oberhof kamen, trat er sofort in die KPD ein und wurde schon bald in Weimar Pressereferent des thüringischen Ministerpräsidenten Paul. Eines Tages trat er an den weiter oben erwähnten Hans Stolberg heran und bat ihn, ihm und seiner Familie zur Flucht nach Westdeutschland zu verhelfen. Das tat dieser auch, zusammen mit dem oben erwähnten Werner Bolte. Da Frentzel einiges Geheimmaterial der thüringischen Regierung bei sich hatte, konnte er sich umgehend wieder bei den Amerikanern andienen. Er erhielt einen Posten als politischer Kommentator beim Sender Stuttgart und agitierte dort in einer derartigen Weise gegen das SED-Regime, dass man ihn dort als Hans Fritsche bezeichnete (ein nationalsozialistischer Radiokommentator).

Nach dem Ende der Berlin-Blockade zog er mit seiner Familie nach Berlin, wo er beim Sender RIAS eine Anstellung fand (bis zu seinem Ausscheiden 1982), zuletzt war er dort Direktor für Politik und Zeitgeschehen. Frentzel wurde Ehrenbürger von Houston/Texas und erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Er starb 2006 im Alter von 85 Jahren.

 Mitte der 1960er Jahre ließen sich Heinz Frentzel und Liselotte Hofmann scheiden. Sie heiratete den Architekten Hans Murmann in Kronach. Ob und wann sie gestorben ist, ist derzeit noch nicht bekannt.

Heinz Frentzel 1958

 

Der älteste Sohn von Rudolf, Rudi, fiel im Alter von 19 Jahren am 23. März 1943 in der Ukraine.

 

Der ältere Sohn Rudi aus der zweiten Ehe von Rudolf verblieb in Oberhof und hatte dort mit seiner Lebensgefährtin eine Tochter, Kati. Seit dem 27. Oktober 1989 wurde er vermisst; es musste das Schlimmste befürchtet werden, da er einen Abschiedsbrief hinterlassen hatte. Erst viele Jahre später wurde seine Leiche gefunden – er hatte sich im Wald erhängt. Er hatte somit den gleichen Weg wie seine Mutter gewählt.

Der jüngere Sohn Christian zog nach Christes und hat dort mit seiner Frau zwei Kinder.

 

Das Cafe Hofmann, gleichzeitig das Elternhaus von Rudolf senior, wurde nie wieder an die Familie zurückgegeben; es blieb bis zu seinem Abriss HO-Gaststätte.