Mein Großvater Werner Hofmann aus Oberhof

Mein Großvater Werner Ewald Hofmann wurde am 1. Januar 1903 in Oberhof geboren. Am 27. Mai 1928 heiratete er in Ahorn bei Coburg die Johanna Helene Anna Bätz, die am 20. Januar 1904 dort geboren wurde. Mit ihr hatte er zwei Söhne. Johanna verstarb aber schon im Alter von 30 Jahren an einer Sepsis, vier Jahre nach der Geburt des zweiten Sohnes, meinem Vater, am 13. Juli 1934 in Arnstadt. Werner ging eine zweite Ehe ein, die Hochzeit mit der am 7. Juli 1904 in Gethles (bei Schleusingen) geborenen Rosa Alma Emilie Kaiser fand am 23. Oktober 1937 in Rappelsdorf (Schleusingen) statt. Mit Rosa war er bereits vor der Hochzeit mit Johanna eng befreundet – diese nahm ihm die Hochzeit offensichtlich übel und war nach dem Tod von Johanna zunächst nicht bereit, ihn zu heiraten.

Mit Johanna und dann mit Rosa wohnte Werner in der Tambacher Straße 3, wo sich die Tischlerei befand. 1939 erwarben Werner und Rosa ein 421 qm großes Grundstück in der 1937 fertiggestellten Siedlerstraße für 421 Reichsmark (zuzüglich Anliegerbeiträge von 250 Reichsmark) und erbauten dort ein Siedlungshaus. Nach dem Tod von Werner wurde das Eigentum in ungeteilter Erbengemeinschaft auf Rosa und die beiden Söhne übertragen.

Am 21. Mai 1952 wurde auf Beschluss des Gemeinderates die Straße umbenannt, aus der Siedlerstraße 181 wurde so die Jugendstraße 5. Die Anteile der beiden Söhne am Haus in der Jugendstraße hatten diese Rosa bereits Anfang der 70er Jahre überschrieben, damit sie freie Verfügung darüber hat. Ein Bekannter, der Dachdecker Bendig, half ihr beim Haushalt, er erbte dann das Haus nach ihrem Tod 1988. Heute befindet sich das Haus in unbekanntem Besitz.

Jugendstraße 5, ca. Anfang der 1950er Jahre                                                                                       Jugendstraße 5, Mai 2026

                            Werner und Rosa Kaiser (2. und 3. von rechts)

                                           Werner mit seinen Söhnen

Die vorhandenen Fotos und Erzählungen weisen darauf hin, dass Werner offensichtlich sehr aktiv in das Gemeinde- und Vereinsleben (z.B. Fußball, Spielmannszug) von Oberhof eingebunden war.

                                               Werner 1. Reihe rechts                                                                                                Werner knieend, 1. von links, 1924

Aufnahme um 1925; in der Tischlerei, 2. von links Werner

                                Dieser Schrank wurde von der Tischlerei Hofmann angefertigt. Der Schrank gehört Frau Reinhardt, ehemals Besitzerin vom Hotel Quisisana.

 

 

 

Der Bierkrug von Werner

Diese Karte schickte Werner 1942 (?) an seine Frau und die beiden Kinder. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt offensichtlich in einem Gemeinschaftslager der Deutschen Arbeitsfront in Hamburg, bei den Kirchhöfen (heute Messegelände). Ob zu einem Arbeitseinsatz oder Urlaub bleibt offen.

Werner Hofmann blieb der Einsatz im 2. Weltkrieg nicht erspart, am 1.3.1943 wurde er durch das Wehrmeldeamt Gotha einberufen zur 2. Stammkompanie Landesschützen-Ersatz-Bataillon 9, Standort Gotha. Am 1.7.1943 gehörte er der 10. Kompanie Festungs-Stamm-Abteilung XXV an, aufgestellt 1943 in der Bretagne als Festungsbesatzungen für das Generalkommando XXV Armeekorps.

 

Diese Postkarte schrieb er im März 1943, ein halbes Jahr, bevor er in Frankreich starb.

Als Schütze erlitt er eine Minensplitter-Verletzung an der linken Körperhälfte und verstarb am 3. September 1943 um 23 Uhr 15 im Feldlazarett 257 Quimper. Ursprünglich auf dem Friedhof Vannes im Dép. Morbihan/Frankreich bestattet, wurde seine Urne später umgebettet zu der Kriegsgräberstätte Mont de Huisnes/Frankreich, Gruft 3, Grabkammer 13.

                     Werner Hofmann 1941                                                               Johanna Bätz                                                                         Rosa Kaiser 1928

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